Verbrannt - Verrannt

"Kalte Asche" von Simon Beckett ist zwar schon 2007 erschienen und damit ein alter Hut, für mich aber die Neuentdeckung aus April 2018.

Ich kaufe unglaublich gerne gebrauchte Bücher vom Büchermarkt und so ist mir auch dieser spannende Thriller in die Hände gefallen.

Der Plot

David Hunter ist Rechtsmediziner und wird nach einem anderen Fall, direkt auf die schottische Insel Runa gerufen, um einen Leichenfund zu begutachten. Alle Mitwissenden gehen von einem Unfall aus, den er bestätigen soll. Doch es kommt natürlich ganz anders. Der grausige Fund einer mysteriös verkohlten Frau, ist keineswegs ein Unfall. Gemeinsam mit einem jungen Constable und Sergeant Fraser macht er sich ans Werk. Die neusten Erkenntnisse in der Tasche, möchte er sich mit dem Superintendent auf dem Festland in Verbindung setzen, um Verstärkung anzufordern, doch aufgrund eines schweren Unwetters sind alle Leitungen tot. Sie sind von der Außenwelt abgeschnitten. Jede andere Möglichkeit das Festland zu kontaktieren wird manipuliert und zerstört. Der Mörder befindet sich noch immer auf der Insel.

Zusammen mit dem erfahren ehemaligen Polizisten Brody, versuchen die Ermittler, die Bewohner der Insel zu befragen ohne möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Doch in einem kleinen Ort wie Runa bleibt nichts hinter verschlossen Türen, eine wahre Hexenjagt beginnt.

Plötzlich gibt es weitere Tote und auch David Hunter muss am eigenen Leib erfahren, dass seine Untersuchungen hier nicht erwünscht sind.

 

 

"Ich wollte gerade wieder zurück in die Klinik, als ich zu Boden schaute. Auf den Dielen waren nasse Fußabdrücke. (...) Mit einem Blick auf die schon verschwindenen Fußspuren fragte ich mich, ob der Möder uns bereits gefunden hatte." (S.180/S.184)

Meine Sicht des Buches

Schon lange nicht mehr, hat mich ein kriminalistischer Roman so gefesselt, wie dieses Buch. Ich habe es regelrecht verschlungen, trotz meiner geringen Lesezeit.

Die Geschichte baut sich langsam auf und wird am Ende immer hektischer. Gepickt mit überaus rasanten Momenten, ist die Story sehr geschickt geschrieben. Schon allein der Gedanke daran, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, einem Mörder hinterher zu jagen und Gefahr zu laufen, selbst der Gejagte zu werden, lässt einem Gänsehaut bekommen. Dazu kommt ein schreckliches, nicht mehr enden wollendes, Unwetter sowie ein Haufen unkooperativer Dorfbewohner. Besonders diese geben dem Buch die nötige Würze. Die einzelnen Protagonisten, egal ob Haupt-oder Nebenrollen, haben jeder für sich genommen eine spannende Geschichte zu erzählen und der Leser kann nicht einmal andeutungsweise erkennen, wer der Täter ist. Meiner Meinung nach leben auf Runa ein Haufen Irrer, wenn man es einzeln betrachtet. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Zurück zum Buch.

Der Autor Simon Beckett, aus dessen Feder auch der Bestseller "Die Chemie des Todes" stammt, hat mit Kalte Asche einen spannenden, wirkungsvollen Thriller geschrieben, der dazu noch mit gut recherchierten Fakten zu Handwerk, Wetter und Umgebung garniert wurde. Für mich immer ein Pluspunkt, denn es sollte sich so realistisch wie möglich lesen lassen.

 

Leider leider, wird dieses wirklich gute Werk von einem wirklich besch..eidenen Ende ruiniert. Für mich absolut nicht nachvollziebar, warum man dem Thriller ein solches Ende verpasst (Spoiler: teilweise offenes Ende), obwohl er ein gutes vernünftiges Ende verdient hätte. Da hab ich mich tatsächlich drüber aufgeregt.

Empfehlung: ja - nein?

Dennoch, alle Thrillerkiller und Kriminalistiker aufgepasst: Kalte Asche ist unbedingt zu lesen, denn ich verspreche euch, so eine Handlung kennt ihr noch nicht. Und über das Ende lest einfach hinweg...

(Quelle: Kalte Asche, Simon Beckett, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 9,95 €, ISBN: 978-3-499241956)


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